Judith Kohlenberger: Courage – Mut zur Menschlichkeit

Interview mit Judith Kohlenberger (WU Wien), Mit-Initiatorin von „Courage – Mut zur Menschlichkeit“

Das Ziel der Initiative „Courage“ ist es, sichere Plätze für Geflüchtete in Österreich zu schaffen. Im Interview berichtet Mit-Initiatorin Judith Kohlenberger über Fortschritte zu diesem Ziel und bietet eine Einordnung von Migrationspolitik auf nationaler und europäischer Ebene, sowie Einblick in ihre aktuellen Forschungsergebnisse.

Kurt-Rothschild-Preis 2020: Umfassende Investitionen statt Spardiktat

Ende September wurden zehn Wissenschafter_innen mit dem Kurt-Rothschild-Preis 2020 ausgezeichnet. Im Zentrum stand der Hauptpreisträger Achim Truger, deutscher Wirtschaftsweiser und entschiedener Gegner der Schuldenbremse. Der Preis stärkt Forschung und Wissenschaftskommunikation, die relevante Ergebnisse erzielt indem sie ökonomische Fragestellungen in einen breiten Kontext stellt, statt neoklassische Glaubenssätze zu reproduzieren.

Wie in Medien über Reichensteuern berichtet wird

Hendrik Theine (WU Wien) und Jan Krainer (NR-Abgeordneter)

Warum sollten wir lieber über „Privatjetsteuer“ statt über „Vermögenssteuer“ reden, und welche österreichische Tageszeitung hetzt besonders knallhart gegen Reichensteuern? Hendrik Theine (Wirtschaftsuniversität Wien) und Jan Krainer (Nationalrats-Abgeordneter) im Austausch über mediale Diskurse zu Verteilung und Steuern.

Wohnen in Wien – zwischen Finanzmarktlogik und Sozialpolitik

Justin Kadi (TU Wien) und Waltraud Karner-Kremser (Wiener GRin)

Die eigenen vier Wände haben in den Wochen des Corona-Lockdowns für die meisten massiv an Bedeutung gewonnen. Justin Kadi (Technische Universität Wien) und Waltraud Karner-Kremser (Wiener Gemeinderatsausschuss Wohnen) sprechen über wohnpolitische Verteilungsfragen, die langfristige Wirksamkeit politischer Entscheidungen und das Verhältnis zwischen Staat und Markt.

Unbezahlt, unterbezahlt, systemerhaltend: Die Arbeit von Frauen

Katharina Mader (WU Wien) und Korinna Schumann (ÖGB)

Applaus und Lobreden für jene, die unsere Gesellschaften auch während des Corona-Lockdowns am Laufenden gehalten haben – das reicht nicht, aber es könnte die Grundlage für tatsächliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen und der Bewertung dieser Tätigkeiten sein. Über notwendige Maßnahmen diskutieren Katharina Mader (WU Wien) und Korinna Schumann (ÖGB).

Podcast: Im Reich der Videospiele

Eugen Pfister (ÖAW / HS Bern)

Der Historiker und Politikwissenschafter Eugen Pfister beforscht Videospiele, speziell Horrorgames der letzten zehn Jahre. Er beschreibt Computerspiele als Ort, an dem Politik konstruiert und kommuniziert wird. Welche ideologischen Aussagen lassen sich aus Spielen herausfiltern, welche Gesellschaft- und Menschenbilder werden gezeigt?

Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit: Wo bleibt effektive Klimapolitik?

Felix Butzlaff (WU Wien) und Julia Herr (NR-Abgeordnete)

Der Sommer steht vor der Türe – und damit auch die bittere Realität neuer Hitzerekorde und Arktis-Brände. Felix Butzlaff (Wirtschaftsuniversität Wien) und Julia Herr (Nationalrats-Abgeordnete) diskutieren, was Menschen und politische Parteien dennoch davon abhält, effektive Klimapolitik einzufordern und umzusetzen.

Podcast: Der Westbalkan – Von einer europäischen Vision

Vedran Dzihic (Uni Wien)

Der Politikwissenschafter Vedran Dzihic beschäftigt sich mit dem Westbalkan. Er erklärt die Bedeutung der südosteuropäischen Staaten-Gruppe, die mit etwa 18 Millionen Einwohner_innen zwar eine kleine Region darstellt, aber geographisch, historisch und wegen ihrer Menschen eine wichtige Rolle für Europa spielen kann.

Rechtspopulismus: Schamlose Normalisierung verstehen und bekämpfen

Ruth Wodak (Uni Wien) und Sabine Schatz (NR-Abg)

Was passiert, wenn rechtsextremen Äußerungen nichts Wirksames entgegengesetzt wird – sondern stattdessen Parteien und Medien auf den Zug der FPÖ aufspringen? Ruth Wodak (Sprachwissenschafterin, Universität Wien und Lancaster University) und Sabine Schatz (Nationalratsabgeordnete) analysieren Prozesse der Normalisierung und diskutieren politische Handlungsoptionen.

Arbeitszeit: Flexibilität für die Arbeitenden oder für die Unternehmen?

Bettina Stadler (FORBA) und Barbara Teiber (GPA)

Welche Arbeitszeit-Regelungen belasten die Gesundheit und Lebensgestaltung arbeitender Menschen – und wie wirkt sich das auf ehrenamtliche Tätigkeiten und demokratische Teilhabe aus? Das diskutieren Bettina Stadler (FORBA) und Barbara Teiber (GPA-djp) in diesem Beitrag. Einig sind sie sich vor allem darin, dass es ein Arbeitszeitmodell braucht, das unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigt.

Solidarität: Wer sind ,,wir”, wer sind ,,die Unsrigen”?

Jörg Flecker (Uni Wien) und Willi Mernyi (ÖGB)

Was ist eigentlich Solidarität, wer ist mit wem solidarisch, und wie kann man Solidarität organisieren? Jörg Flecker (Universität Wien, Institut für Soziologie) und Willi Mernyi (ÖGB und Mauthausen-Komitee) im Austausch rund um einen der Grundpfeiler progressiver Gesellschaftsentwürfe.

Klima-Governance: Lokale Strategien für globale Herausforderungen

Christoph Görg (BOKU) und Rainer Handlfinger (Bgm. Ober-Grafendorf)

Von der grundlegenden Transformation unseres Wirtschaftssystems bis zur Parkplatzplanung in der Gemeinde: Christoph Görg (BOKU, Institut für soziale Ökologie) und Rainer Handlfinger (Bgm. Ober-Grafendorf, Vorsitzender Klimabündnis) diskutieren Maßnahmen und Hindernisse für effektive Klimapolitik.

Podcast: Unter Extremisten

Julia Ebner (Londoner Institute for Strategic Dialogue)

Die international renommierte Extremismus-Forscherin Julia Ebner legt mit „Radikalisierungsmaschinen” ihr zweites, vielbeachtetes Buch vor und spricht dazu bei einem Vortrag am Renner-Institut. Für die aktuelle Arbeit war sie zwei Jahre lang undercover in extremistischen Gruppen unterwegs und bekam verstörende Einblicke.

Podcast: Über Ungleichheit und den Rückfall in eine Erbaristokratie

Miriam Rehm (Universität Duisburg-Essen)

Warum ist die wachsende Ungleichheit ein Problem für uns alle und was wären zeitgemäße Antworten darauf? Die Sozioökonomin Miriam Rehm spricht über die wichtige Rolle der empirischen Ungleichheits-Forschung. Ein besonders großes Problem sieht Rehm in der ungleichen Verteilung von Vermögen.

Podcast: Über die Grenzen der Globalisierung und eine neue Wirtschaftspolitik

Dani Rodrik (Harvard University)

Die Globalisierung ist für ihn in manchen Bereichen zu weit gegangen: Der Ökonom Dani Rodrik erklärt sein Bild von der „Hyper-Globalisierung“ und plädiert für ein Gleichgewicht zwischen ökonomischen Möglichkeiten und Demokratie, aber auch für eine Einschränkung des Freihandels.

Podcast: Eine moderne Erzählung der Sozialdemokratie

Felix Butzlaff (WU Wien)

Der Demokratieforscher Felix Butzlaff analysiert Probleme und Chancen für sozialdemokratische Parteien, zu einer neuen Definition von sich selbst zu finden. Er entwirft Ideen für neue Formen von Partizipation und skizziert Ansätze für ein modernes Versprechen der Sozialdemokratie.

Podcast: Angriff auf die Wissenschaft, Angriff auf die Freiheit (Englisch)

Andrea Pető (Central European University Budapest)

Geschlechterforscherin Andrea Pető spricht über den Eingriff der Politik in den Wissenschaftsbetrieb und warnt davor, dass die Freiheit des Denkens heute wieder in Gefahr sei – nicht nur im Ungarn Viktor Orbáns. Sie erzählt von ihrem Umgang mit Angriffen von Gender Studies-Gegner_innen im Netz.

Podcast: Gender-Mainstreaming?

Birgit Sauer (Uni Wien)

Die Politikwissenschafterin Birgit Sauer analysiert, wie die Bewegungen gegen die Gleichstellung der Geschlechter entstanden sind und was man tun könnte, damit Cybermobs und Hasskampagnen gegen Frauen im Netz aufhören.

Podcast: Bedingungsloses Grundeinkommen – Pro & Contra

Barbara Prainsack (Uni Wien)

Die Politikwissenschafterin Barbara Prainsack analysiert die Argumente für und gegen ein Grundeinkommen im historischen Kontext, auch mit Blick auf die politische Ökonomie. Sie macht zusammenfassend Vorschläge, wie man das komplexe Thema seriös diskutieren kann und was man in der Debatte vermeiden sollte.

Podcast: Wie ist das gute Leben für alle möglich?

Helga Kromp-Kolb (BOKU)

Die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb analysiert die engen Zusammenhänge zwischen Ökologie und Sozialem – und sie erklärt, was jedes Gemeinwesen, jeder Mensch zur Minderung der Emissionen und Anpassung an neue Klimabedingungen tun könnte.