Wissenschaft & Politik Der Wissenschafts-Blog des Karl-Renner-Instituts

Kurt Rothschild Preisträger:innen 2021

Kurt Rothschild hat in seinem Werk wiederholt dafür plädiert, ökonomische Fragestellungen in einen breiten Kontext zu stellen. Politische Ökonomie hat sich der wechselseitigen Abhängigkeit von Wirtschaft, Gesellschaft und Natur zu stellen, um relevante Ergebnisse zu erzielen und die soziale, politische und ökologische Bedingtheit wirtschaftlicher Prozesse in angemessener Weise zu berücksichtigen (Rothschild, 1989).

Eine solche Herangehensweise geht mit zusätzlichen Herausforderungen, Komplexitäten und Schwierigkeiten einher. Der Kurt-Rothschild-Preis 2021 wird speziell an Wissenschafter:innen verliehen, die diese Herausforderungen annehmen und in ihren Werken zentralen wirtschaftspolitischen Fragen analytischen Raum geben.

Mariana Mazzucato

Hauptpreis für ihre Arbeiten zur Rolle des öffentlichen Sektors als Impulsgeber für technologischen und sozialen Fortschritt

Wissenschaftliche Publikationen

Medienöffentliche Publikationen

Mariana Mazzucato ist Professorin für Economics of Innovation and Public Value am University College London, wo sie auch das von ihr gegründete Institute for Innovation and Public Purpose (IIPP) leitet. Sie ist Autorin von drei vielbeachteten Büchern: Das Kapital des Staates: Eine andere Geschichte von Innovation und Wachstum, Wie kommt der Wert in die Welt? Von Schöpfern und Abschöpfern, sowie dem kürzlich erschienenen Mission: Auf dem Weg zu einer neuen Wirtschaft. Sie berät Politiker:innen und Institutionen auf der ganzen Welt zu Fragen von innovationsgetriebenem, inklusivem und nachhaltigem Wachstum.

Fotocredit: Mariana Mazzucato



Emmerich Tálos

Lebenswerk-Preis für seine Analysen zu Sozialpolitik, Sozialstaat und Sozialpartnerschaft

Wissenschaftliche Publikationen

Medienöffentliche Publikationen

Emmerich Tálos studierte Katholische Theologie und Geschichte in Wien und Tübingen sowie Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien in Wien. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie der Donau-Universität Krems. Tálos erhielt unter anderem den Bruno Kreisky Preis (2013), das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (2014) und den Wilhelm Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2015).

Fotocredit: U. Filipič



Tamara Ehs & Martina Zandonella

für „Demokratie in der (Corona-)Krise. Die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit auf die Demokratie“

Wissenschaftliche Publikationen

Medienöffentliche Publikationen

Die Politikwissenschafterin Tamara Ehs ist Demokratieberaterin für Städte und Gemeinden und politische Bildnerin. Aktuell nimmt sie einen Forschungsauftrag der Sigmund Freud-Universität Wien wahr und ist Beiratsmitglied der Europäischen Demokratiehauptstadt sowie des Bürgerforums Europa. Ihre Forschung und Lehre konzentrieren sich auf die sozialen Fragen von Demokratie und Verfassung.

Fotocredit: Tamara Ehs

Martina Zandonella ist Sozialwissenschafterin beim SORA Institut in Wien. Sie forscht in erster Linie zu Demokratie und Partizipation, vor allem im Kontext von sozialer Ungleichheit, Arbeit und Schule. Sie koordiniert das Projekt Demokratie Monitor Österreich. Im Rahmen der Weiterbildungsschiene Next Level unterrichtet sie Forschungsmethoden. 

Fotocredit: SORA



Stefan Jestl & Emanuel List

für „Ungleichheit und Umverteilung während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in Österreich – Neue Sichtweisen und Beiträge zur Diskussion“

Wissenschaftliche Publikationen

  • Jestl, S. & List, E. (2020): Distributional National Accounts (DINA) for Austria, 2004-2016. World Inequality Lab Working Paper 2020/23.
  • Jestl, S. & Liste, E. (2021): Einkommensungleichheit in Österreich: Neue Sichtweisen und Beiträge zur Debatte. WISO Wirtschafts- und Sozialpolitische Zeitschrift (im Erscheinen).
  • Ederer, S. / Cetkovic, P. / Humer, S. / Jestl, S. / List, E. (2021): Distributional National Accounts (DINA) with Household Survey Data: Methodology and Results for European Countries. Review of Income and Wealth (im Erscheinen).

Medienöffentliche Publikationen

Stefan Jestl ist Ökonom am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) und Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er hat an der FH-Wien Betriebswirtschaft und an der Wirtschaftsuniversität Wien Volkswirtschaft studiert. Er forscht insbesondere zu Einkommens- und Vermögensungleichheit, Arbeitsmobilität und Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.

Fotocredit: Verena Stifter-Kogler

Emanuel List ist am Forschungsinstitut Economics of Inequality und am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf als Doktorand angestellt. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Fragen der Einkommens- und Vermögensverteilung, des Wohnens sowie Finanzmärkten und dem Sparverhalten von Unternehmen.

Fotocredit: Sonja Spitzer



Katharina Mader, Judith Derndorfer, Franziska Disslbacher, Vanessa Lechinger, Eva Six

für „Home, sweet home? The impact of working from home on the division of unpaid work during the COVID-19 lockdown“

Wissenschaftliche Publikationen

Medienöffentliche Publikationen

Katharina Mader ist Ökonomin und Assistenzprofessorin am Institut für Heterodoxe Ökonomie der WU Wien. 2020 ist sie zudem im Zuge des Elisabeth-List-Fellowships als Senior Fellow an der Universität Graz assoziiert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Feministische Ökonomie, Care-Ökonomie und unbezahlte Arbeit sowie Gender Budgeting und geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik. Seit 2021 ist sie in der Abteilung Frauen und Familie der Arbeiterkammer Wien tätig. 

Fotocredit: Petra Rautenstrauch

Judith Derndorfer ist Ökonomin am Forschungsinstitut Economics of Inequality (INEQ) der WU Wien. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, der Entwicklung der Mittelschicht, sowie der Auswirkung von Digitalisierung auf „neue“ atypische Beschäftigungsformen.

Fotocredit: privat

Franziska Disslbacher ist Ökonomin. Sie forscht zum Ausmaß, den Ursachen und Konsequenzen sozio-ökonomischer Ungleichheiten. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen derzeit räumliche Perspektiven auf die Einkommens- und Vermögensverteilung und die intergenerationelle Mobilität. Sie war zuletzt in der Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik der Arbeiterkammer Wien tätig, derzeit ist sie Gastforscherin an der UC Berkeley.

Fotocredit: Sonja Spitzer

Vanessa Lechinger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Economics of Inequality (INEQ) der WU Wien. Sie beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit Einkommensungleichheit und Umverteilung mit Fokus auf Gender. Neben den Themenbereichen des vielfältigen strukturellen Wandels durch die Klimakrise, veränderter Arbeitsmarktstrukturen und deren Auswirkungen, liegt ihre Expertise in der Mikrosimulation des österreichischen Abgaben- und Steuersystems,.

Fotocredit: Sonja Spitzer

Eva Six ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Economics of Inequality (INEQ) der WU Wien. Sie arbeitete mehrere Jahre am Institut für Höhere Studien im Bereich der Gesundheitsökonomie und -politik. Im Rahmen ihrer Dissertation forscht sie zum Thema der sozialen Mobilität und den damit verbundenen Einflussfaktoren, wie etwa Gesundheit, Vermögen und dem familiären Umfeld.

Fotocredit: Sonja Spitzer



Philip Rathgeb & Arianna Tassinari

für „Labour Politics between the Euro Crisis and Covid-19 Pandemic“

Wissenschaftliche Publikationen

Medienöffentliche Publikationen

Philip Rathgeb ist Assistenzprofessor für Sozialpolitik an der University of Edinburgh. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Vergleichenden Politischen Ökonomie und Wohlfahrtsstaatsforschung. Aktuell erforscht er insbesondere die verteilungs- und sozialpolitischen Auswirkungen des Rechtspopulismus. Er promovierte im Bereich der Politik- und Sozialwissenschaften am European University Institute in Florenz und war Postdoctoral Fellow an der Universität Konstanz.

Fotocredit: Minda de Gunzburg Center for European Studies, Harvard University

Arianna Tassinari ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Vergleichende Politische Ökonomie, speziell Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Seit 2020 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Sie hat 2019 an der University of Warwick promoviert und war 2019/2020 Max Weber Fellow am European University Institute in Florenz.

Fotocredit: MPIfG/Aydee
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